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Jenseits von Josef Albers

Die Sammlung des Josef Albers Museums jenseits von Josef Albers umfasst etwa 200 Werke, – Gemälde, Skulpturen und Objekte unterschiedlichster Künstlerinnen und Künstler des 20. Jahrhunderts.

Ausgehend von Gestaltungsideen des Bauhauses – Josef Albers hat dort studiert und als Bauhausmeister unterrichtet – bis hin zu den geometrischen Aspekten seines Werkes, stellte das Ausstellungsprogramm des Museumszentrum Quadrat bis in die späten 90er Jahre Werke der konstruktiven, konkreten Kunst vor. Diese galt bis Mitte des 20. Jahrhunderts als innovative Antwort auf gestische und figurative Malerei.

Die Ausstellungsliste des „Quadrats“ – wie das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop zumeist genannt wurde, enthält international renommierte Künstlerinnen und Künstler dieser Richtung wie Antonio Calderara, Donald Judd, Bridget Riley oder Aurelie Nemours. Vertreter der Zürcher Konkreten wie Richard Paul Lohse, Max Bill und Camille Gräser kommen hinzu.

Andere Künstler wie Hermann Glöckner (1889 -1987), Adolf Fleischmann (1892 -1968) oder Fritz Glarner (1899 -1972) gehören in etwa derselben Generation an wie Josef Albers. Fast alle verbindet die Suche nach geometrisch bestimmten Bildlösungen, Linien, Proportion und Farbe werden in Beziehung gesetzt und häufig seriell angelegt.

Seit 2003 erfuhr die Ausrichtung der Sammlung einen neuen Schwerpunkt. Die Ausstellungsreihe „Albers im Kontext“ zeigte besonders die Auswirkung von Josef Albers auf die ihm nachfolgende Generation in den USA, aber auch in Europa.

Einige der hier gezeigten Künstlerinnen und Künstler sind durch Ankäufe dauerhaft im Josef Albers Museum vertreten. Dazu zählen: Michael Venezia, Miles Coolidge, Pia Fries und Jerry Zeniuk, in der Fotografie Joachim Brohm, Bernhard Fuchs und Simone Nieweg, – um nur einige zu nennen.

  • © Stadt BottropAdolf Fleischmann, Graues Oval,1951
  • © Stadt BottropRudolf Jahns, Komposition statisch/dynamisch, 1924
  • © Stadt BottropRaimund Girke, sehr rhythmisch, 1956
  • © Stadt BottropJerry Zeniuk, Untitled N.Y.C, 1998
  • © Stadt BottropMichael Venezia, KDFN, Untitled, 2009
  • © Stadt BottropRicardo Saro, Caesarenpurpur, 2006
  • © Stadt BottropPia Fries, GIARSUN, 2012
  • © Stadt BottropKazuo Katase, Schale 24.3.2012, 2012
  • © Stadt BottropBernhard Fuchs, Neuschlag, Winter 2011, 2011
  • © Werner J. Hannappel 2016Andreas Karl Schulze, ohne Titel, 2016
  • © Werner J. Hannappel 2016Jerry Zeniuk, Army of God against Satan (Altar Painting II), 2007
  • © Stadt BottropTobias Pils, Marfa (moon), 2016

Skulpturenpark

Bei schönem Wetter lädt der Skulpturenpark rings um das Josef Albers Museum zu einem Rundgang ein. Die lichte Architektur des Museums aus Beton, Stahl und hohen Glasfenstern macht die Parklandschaft zu einem festen Bestandteil der Ausstellungsräume und steht doch in spannendem Gegensatz zum geometrisch gegliederten, aber gleichwohl offenen Baukörper. Die Skulpturen machen den Park ihrerseits zum Kunstraum und ermöglichen dem Betrachter die Wahrnehmung vielfältiger Ansichten und Bezüge der Werke untereinander, malerische und plastische Gestaltung ergänzen sich.

Die Exponate im Park stammen fast vollständig von Künstlern, die auch mit einer Ausstellung im Josef Albers Museum vertreten waren. Aus Schenkungen und Ankäufen des Museums ist der Skulpturenpark über viele Jahre hinweg gewachsen und bietet heute einen ausgewählten Überblick über die Arbeit konkret und konstruktivistisch arbeitender Bildhauer. Max Bill etwa, der seine Schau im Quadrat Bottrop als seine schönste bezeichnete, konnte dazu bewegt werden, eine seiner Großplastiken - "Einheit aus drei gleichen Volumen" - eigens für das Quadrat in hoch poliertem Stahl statt in Granit ausführen und sie im Park aufzustellen zu lassen.

Zugleich präsentiert sich die Anlage - eine hochwertige Sammlung verschiedenster Skulpturen aus Metall, Stein oder Holz - als Ehrung an Josef Albers, darunter das "Bottrop-Piece" von Donald Judd oder die "Hommage an Josef Albers" von Erwin Heerich.

  • © Werner J. Hannappel 2009Walter Dexel, Farbige Lichtsäule II, 1926/73
  • © Werner J. Hannappel 2009Donald Judd, Bottrop - Piece, 1977
  • © Stadt BottropErnst Hermanns, Zwei gegeneinander verschobene Halbkugeln, 1977