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46. Jahresausstellung Bottroper Künstler

28. November 2021 bis 9. Januar 2022

Alle in Bottrop geborenen, ansässigen oder arbeitenden Künstlerinnen und Künstler haben einmal im Jahr die Gelegenheit, ihre Werke im Museumszentrum Quadrat zu präsentieren. Die Auswahl erfolgt durch eine Jury – zusammengesetzt aus Vertretern der Stadt, Künstlern sowie Kunsthistorikern und einem Kunstkritiker.

Einzelausstellung im Rahmen der Jahresausstellung

© Evelina Velkaitė / VG Bild-Kunst, Bonn 2021Evelina Velkaitė, Indien Reise VII, Varanasi, 2020

Die Malerin Evelina Velkaitė (*1982) zeigt in der Einzelausstellung innerhalb der Jahresausstellung Bottroper Künstlerinnen und Künstler eine Auswahl aus ihrem aktuellen Zyklus Indien. Geboren wurde die Künstlerin in Klaipeda an der Kurischen Nehrung in Litauen. 

Evelina Velkaitė hat an der Folkwang Universität der Künste in Essen Kommunikationsdesign und an der Freien Akademie der bildenden Künste (fadbk) Malerei, Grafik, Fotografie und Medien studiert. Sie war 2011 Meisterschülerin bei Professor Bernard Lokai. Von 2012 - 2014 studierte sie an der Hoch­schule für Gestaltung und Kunst, Basel mit dem Abschluss Master of Fine Arts. Sie erhielt 2014 den Preis für junge Künstler der Großen Düsseldorfer Kunstausstellung NRW, ein Preis von Künstlern an Künstler. 

Seit 2018 bereichert Evelina Velkaitė die Jahresausstellung mit ihren Beiträgen, großformatige Werke aus dem Zyklus Litauen und 2019 aus dem Zyklus Mexiko. Evelina Velkaitė ist immer wieder eine Reisende, nutzt Bilder und Erlebtes, als Grundlage ihrer Malerei, für die eigene Reflexion.

Unter dem Titel Varanasi, Indienreise zeigt sie Arbeiten aus diesem Zyklus. Die Stadt Varanasi, am Ganges gelegen, ist die heiligste Stätte der Hindus. Die dort stattfindende Zeremonie der Totenverbrennung ist vollständig ins tägliche Leben eingebunden. In der Gleichzeitigkeit von Abschied und Leben begleiten die Angehörigen die Feuerbestattung über Stunden. Verbrennung und das Einstreuen der Asche in den Ganges ermöglichen den Seelen der Verstorbenen aus dem Kreis der Samsara, dem immerwährenden Zyklus von Werden und Vergehen, auszusteigen. Alles scheint leicht und ohne Endgültigkeit ganz im Sinne einer Vollendung. Auf ihrer Indienreise war die Künstlerin tief berührt von dem dort Erfahrenen.
Die später entstandenen Bilder aus vielen transparenten Farbschichten beleben die Eindrücke im Bild neu, ganz aus Farbe entwickelt. Alles Individuelle tritt hinter den gestaffelten und geschichteten Farbflecken zurück. Eine homogene Farbigkeit und zurückhaltendes Licht nehmen dem Sterben und dem Umgang mit dem Tod jede Dramatik. Malerisch verkörpern die Werke ein immer wieder neu kom­poniertes Geschehen, das bedächtig ausformuliert wird.

Evelina Velkaitė bemerkt selbst, dass die Malerei für sie etwas Absolutes verkörpert, in dessen Tiefe sie sich selbst erkennen kann. Durch den Malprozess werden Themen sichtbar, und es findet eine Re­alisierung der inneren Bilder statt. „Malerei ist für mich ein Medium, in dem ich […] meiner inneren Weltwahrnehmung der menschlichen Existenz Ausdruck verleihen kann.“